• GET LOST

    Das Buch »Get Lost« beschäftigt sich mit Dekonstruktion von Orientierung im Wald und lädt dazu ein, sich selbst mehr zu trauen und sich im Wald und im Buch zu verlieren.
    Der Wald ist ein Musterbeispiel dafür, wie wir unsere Wahrnehmung aus dem Zwischenraum konstruieren. Wir erkennen den Wald nicht als eine Aneinanderreihung von Bäumen. Wald ist der Raum zwischen den Bäumen, der gleichzeitig jeden Baum mit einschließt. Der Wald besteht aus einer Anordnung vertikaler Linien, die verbunden sind in strukturellen Indifferenzen (Äste, Zweige, Blätter), die den Zwischenraum verdichten. Wer nicht verloren gehen will im Wald, braucht ein Ordnungssystem, das die Indifferenzen in differenzierte Zeichen überführt. Anders gesagt: Wer nicht im Zwischenraum verloren gehen will, muss aus den Begrenzungen und Verbindungen (Punkte, verbundene Punkte: Linien, verbundene Linien: Kreis, Dreieck, Quadrat, Rechteck, Vieleck) ein Orientierungssystem entwickeln.
    Ein Orientierungssystem – um sich im Zwischenraum zurecht zu finden – kann nur entwickelt werden aus den Begrenzungen und Verbindungen, die den Zwischenraum strukturell füllen. Sowohl das Material als auch die Zeichen selbst sind aus der vorhandenen Struktur zu extrahieren. Für den Gestalter folgt daraus: Er muss sich einlassen auf die Indifferenz, mehr noch, sich dem Verlust der Orientierung aussetzen, um aus dem Verlust fremder Orientierung zu einer eigenen (gestalterischen) Position zu gelangen.
    Tomaso Carnetto

    Acht Regeln
    Sage niemandem wohin du gehst.

    Gehe ohne Karte, Kompass oder Gps.

    Nimm kein Handy und keine Uhr mit.

    Schaue nicht nach der Wettervorhersage.

    Bereite nichts vor.
    
Plane deine Route nicht.
    
Hinterlasse keine Spuren.
    
Verlasse die Wege.